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Neben den traditionsreichen Neujahrskonzerten hält das Modern Sound[s] Orchestra (MSO) im Jahresverlauf weitere, thematisch abwechselnde Schmankerl fürs Publikum bereit. Nach dem Kirchenkonzert mit Gesang im Mai und der Obentraut-Uraufführung mit Bert Appermont im Juli gab es nun beim Herbstkonzert in der Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Seelze einen gelungenen Mix aus Film- und Musicalmelodien und dem sinfonischen Konzertrepertoire. Unter dem Leitsatz „Highlights und Ohrwürmer“ begrüßte Dirigent Henning Klingemann im atmosphärisch illuminierten Forum das Publikum und lag damit bereits mit dem ersten Stück offensichtlich genau richtig.

Dass es nämlich Bert Appermont vermag, Musik zu schaffen, die im Ohr bleibt, steht nicht erst seit seiner Auftragskomposition „A Hero’s Tale“ außer Frage. Auch sein Konventionen brechender Konzertmarsch „The Cross and the Crown“ bahnt sich seine Aufmerksamkeit durch inspirierte Melodieverläufe. Auf ähnliche Weise faszinierte auch „The Hounds of Spring“ von Alfred Reed, der zu den absoluten Großmeistern des Genres für die sinfonische Blasmusik zählt. Als Koryphäe im Bereich Tango gilt Astor Piazolla, dessen „Libertango“ ein tänzerisches Flair verbreitete – wenngleich das Werk gar nicht zum Tanz gedacht war.

Schließlich entführten die 60 Musikerinnen und Musiker das Publikum in die Katakomben des Pariser Theaters, in dem das mysteriöse „Phantom der Oper“ sein Unwesen treibt. Ein schriller Schrei aus dem Orchester schreckte die gebannt lauschenden Zuhörenden auf und nahm sie zur Musik von Andrew Lloyd Webber mit in den Kampf zwischen Liebe und Verrat.

Auch nach der Pause war dies das dominierende Thema in den Soundtracks zu „Die Schöne und das Biest“ sowie „Kung Fu Panda“. Mal gefühlvoll, mal energisch leitete Klingemann sein Orchester durch die beiden Werke, wobei es Michael Möller durch sein eindrucksvolles Solo auf dem Sopranino-Saxophon gelang, fernöstliches Lokalkolorit zu erzeugen. Dadurch konnte man den Pandabären Po tatsächlich vor dem inneren Auge in den Weiten Chinas verorten.

Richtung Karibik hingegen ging es mit Sambarhythmen in „Caribbean Hideaway“ von James Barnes, dessen Kompositionen beim MSO des Öfteren schon auf den Notenpulten lagen, während Samuel R. Hazo ein „Neuzugang“ ist, dessen Werk „Ride“ Appetit auf ein intensiveres Kennenlernen macht.

Mit einem Mix aus gleich vier Ohrwürmern beschloss das MSO mit der „80er KULT(tour) 2“ das reguläre Programm. Die Füße standen im Medley aus „Dein ist mein ganzes Herz“, „Wunder gescheh’n“, „Verdamp lang her“ und „Major Tom“ nicht still. Arrangeur Thiemo Kraas bewies, dass auch Pop im Blasmusikgewand sehr eindrucksvoll klingen kann, dabei nah am jeweiligen Original bleibt und den Titeln zugleich seine eigene Handschrift verleiht – gepaart mit einem kleinen musikalischen Augenzwinkern.

Mit einer so dichten Folge von Ohrwürmern sowie bewährten und neu hinzugewonnenen Highlights wurde das MSO vom Publikum erst nach Chick Coreas „Spain“ in die nun startende Vorbereitungsphase auf die kommenden Neujahrskonzerte am 25. und 26. Februar sowie am 4. März entlassen, die dann sicherlich auch wieder mit diversen Schmankerln aufwarten werden. Informationen dazu gibt es demnächst auf www.m-s-o.de. (ja)