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Bei den Neujahrskonzerten im hannoverschen Theater am Aegi, in der CD-Kaserne Celle und im Neuen Forum Seelze präsentierte sich das Modern Sound[s] Orchestra (MSO) mit musikalischen und emotionalen Gänsehautmomenten – 3 ausverkaufte Säle mit insgesamt 550 Besuchern

Endlich wieder auftreten. Das war der sehnliche Wunsch des MSO. Aber ist dieser gesellschaftlich vertretbar, wenngleich er rechtlich erlaubt ist? Vor diesem Dilemma stand das sinfonische Blasorchester aus Seelze – und die Entscheidung es zu tun, wurde vom Publikum jeweils mit Standing Ovations belohnt. Einfühlsam nahm Dirigent Henning Klingemann Besucherinnen und Besucher und seine Musikerinnen und Musiker mit auf das Wiederentdecken des Konzerterlebnisses.

 

Das MSO auf der Bühne im Theater am Aegi in Hannover...



Nach den drei Konzerten zwischen dem 22. und 29. Januar 2022 war nicht nur er sichtlich erleichtert, dass organisatorisch alles geklappt hat, sondern auch die insgesamt 550 Besucherinnen und Besucher. Diese haben ein Programm erleben dürfen, das ihren Nerv spürbar traf. Dank einer vielfältigen Stückauswahl zwischen Klassik und Pop, sinfonischer Programmmusik und Jazz zeigten die 60 Musikerinnen und Musiker eine beindruckende Spanne ihres Könnens.

Dabei führte Klingemann sein Ensemble sowohl durch extreme Tempi wie in Giacomo Puccinis Zwischenaktmusik „Der Hexensabbat“, als auch durch ständig wechselnde Taktarten wie im „Balkan Dance“ von Etienne Crausaz. Ebenfalls orchestrierte er in „The Wind in the Willows“ einen scheppernden Unfall, bei dem das Schlagzeug der wilden Autofahrt des Kröterichs Mr. Toad ein Ende bereitet und sogar Radkappen über die Bühne rollten. Zugleich verstand er es aber auch, die melancholischen Töne der Musik herauszuarbeiten, etwa wenn er den Trauermarsch zum Scheiterhaufen in Bert Appermonts „Saga Candida“ anleitete.

 

...in der CD-Kaserne in Celle...



Während diese Werke eher den Freunden der sinfonischen Blasmusik – und davon wurden es im Laufe des Konzerts immer mehr – ein Begriff waren, zeigte das MSO in der zweiten Konzerthälfte, wie Hits, die man aus dem Radio kennt, ganz unplugged klingen. Michael Bublés „Feeling Good“ war ebenso zu hören wie ein Medley mit Songs von Coldplay.

Insgesamt zeigte sich dabei, dass das Orchester nicht nur im Zusammenspiel perfekt aufeinander abgestimmt ist, sondern es auch in solistischen Passagen starke Einzelleistungen hervorbringt. Ob Oboe oder Posaune, Schlagwerk oder Trompete – jedes einzelne Register bekam die Gelegenheit zum Brillieren und nutzte sie.

 

...und im Neuen Forum in Seelze.



Nicht nur die treuen MSO-Fans, sondern auch diejenigen, die es erst neu geworden sind, dürften sich den 10. Juli 2022 bereits rot im Kalender angestrichen haben. Denn spätestens dann steht das nächste Highlight für den gesamten Verein an: Die Weltpremiere der Obentraut-Hymne, mit der der belgische Komponist Bert Appermont beauftragt worden ist, findet in Seelze an der Flutbrücke statt. Bei der Premiere wird Appermont nicht nur zugegen sein, sondern sein Werk auch selbst dirigieren. Damit dürfte das nächste Konzerterlebnis fest eingeplant sein.

(ja)